[aartikel]342660616X:left[/aartikel]Der Finger Gottes – Andreas Franz
Droemer Knaur – 1997
429 Seiten, 8,95€
Der Polizist Brackmann lies sich vor sechs Jahren von Frankfurt in das beschauliche Provinznest Waldheim versetzen. Ruhig und beschaulich geht es dort zu, bis plötzlich Maria Olsen verstirbt und der Dorfpolizist Brackmann durch sie auf die Spur eines Mordes kommt, der vor sechs Jahren von der Familie Vandenberg begangen worden sein soll. Gerade die Familie Vandenberg, der ein Großteil von Waldheim gehört, sonst aber wenig Kontakt zu den Bewohnern Waldheims haben – aber doch irgendwie immer präsent sind.
Brackmann fängt an, Nachforschungen zu stellen, stößt jedoch dabei aber auf eine Mauer des Schweigens.
Brackmann ist sich sicher, dass Pfarrer Engler viel mehr über diese Geschichte weiß, als er ihm erzählt, aber durch sein schlechtes Gewissen geplagt, erzählt Engler Der Polizist nach und nach die Hintergründe und die wahre Geschichte.
Viele Bewohner Waldheims – und gerade diejenigen, die wichtige Positionen einnehmen, sind von den Vandenbergs aus unterschiedlichen Gründen erpressbar. Brackmanns Vorgänger, der Arzt Reuter, der falsche Gutachten erstellt, der Notar, der alles beglaubigt und auch der Pfarrer, der nicht unschuldig in dieser Geschichte ist.
Während eines Unwetters in Waldheim flüchten zwei Frauen der Familie Vandenberg, die es dort nicht mehr aushalten. Sie suchen Schutz bei Brackmann und durch ihre Aussagen erhält der Polizist noch weitere Informationen über die Familie Brackmann.
So gerüstet sucht er die Konfrontation mit der Familie und die Frage, die sich stellt ist, ob auch Brackmann in seiner Vergangenheit ein Geheimnis hat, dass ihn zu einem weiteren Verbündenen der Familie Vandenberg mahct.
Ich habe bisher ausschließlich die Serien um Julia Durant von Andreas Franz gelesen. Diese Bücher mag ich sehr gerne und hab mir deswegen auch das Buch „Der Finger Gottes“ gekauft.
Leider wurde ich von diesem Buch sehr enttäuscht, da es lange nicht an die Durant – Serie heran kommt.
Zu Beginn stellt Andreas Franz die Bewohner Waldheims sehr langatmig vor, viele Personen die mit der Geschichte nur wenig oder lediglich am Rande zu tun haben.
In meiner kurzen Inhaltsangabe habe ich lediglich versucht, dem roten Faden zu folgen, vieles habe ich nicht erwähnt. Wie beispielsweise Hundekämpfe, die in Waldheim stattfinden, die Vergewaltigung einer Frau, durch einen Jugendlichen aus dem Dorf, die neu erflachte Liebe eines Paares und und und.
Für mich verzettelt sich Andreas Franz in zu vielen Details und verfolgt keinen konkreten roten Faden, sondern springt zuviel in Nebensächlichkeiten herum. Hätte er das das Ganze ein wenig komprimiert, die Dialoge verkürzt, hätte der Roman zwar nur die Hälfte der Seiten, aber wäre sicherlich auch spannender gewesen.
Auch die Gründe für die Erpressbarkeit der einzelnen Bewohner finde ich für die
heutige Zeit mehr als fraglich. Selbst in einem Provinznest aufgewachsen, weiß
ich, dass manche dieser Dinge durchaus aktzeptiert sind.
Schade.